Sommer im Heckenrosental – Florentine Joop

Titel: Sommer im Heckenrosental
Autorin: Florentine Joop
Verlag: Edition Outbird
Umschlaggestaltung: Sebastian Fleiter, Florentine Joop
Illustrationen: Florentine Joop
Buchsatz: Danilo Schreiter (TeliVision)
Lektorat: Leon Zechman, Tristan Rosenkranz
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-394-888-794-0
Seiten: 190

Klappentext

Ein heißer Brandenburger Sommer, düstere Teiche, auftauchende Erinnerungen, die nach warmem Sand, Linden und geschmolzenem Teer duften. Florentine Joop erzählt von der Begegnung mit ihrer Lausemädel-Freundin hinter einem grünen Hoftor, gemeinsam erleben sie Abenteuer, aus denen eine wilde Kindheit gestrickt wird. Zwischen ihnen liegt nur ein Jahr, eine Band, die ABBA heißt, eine Kopflänge und eine innerdeutsche Grenze.

Florentine Joop nimmt Ihre Leser*innen mit in ihre Vergangenheit und erzählt darüber, wie es war, zwei Heimaten zu haben, und über die Angst, beide zu verlieren. Eine von vielen Erzählungen aus den Tagen vor, während und nach der Wende, von denen immer noch viel zu wenige gibt.

Meine Meinung

Danke an Tristan von Edition Outbird für des Rezensionsexemplar. Dies beeinflusst in keiner Weise meine persönliche Meinung zu diesem Buch.
Vorweg sei gesagt, dass ich erst fünf Jahre alt war, als die Mauer 1989 fiel und ich überhaupt nichts dazu sagen kann, was die Teilung Deutschlands damals betrifft. 
Umso interessanter war es für mich in Florentines Geschichte abzutauchen, sie zu begleiten bei den Besuchen bei ihrer Großtante in Brandenburg, die den Grundstein legt für die Freundschaft mit Katja. Hamburg und Brandenburg, zwei verschiedene Welten.

Zuhause in Hamburg eine Familie, die im Begriff ist auseinander zu brechen, in Brandenburg eine Freundschaft, die geprägt ist von den unterschiedlichen Leben der beiden Mädchen.
Was wir ja immer wieder gehört haben und am Beispiel Katharina Witt auch live miterlebt haben, ist der sportliche Wettkampf im Osten. Auch Katja ist im Sport aktiv und fährt zu Wettkämpfen. Ebenso ihr Vater, weshalb die Familie unter Beobachtung steht ob und in wie sie Kontakte zum Westen pflegt.
Auch Florentines Großtante bekommt regelmäßig Besuch, der kontrolliert, was bei ihr so vor sich geht. Sie durfte ihren Hof nicht mehr alleine für sich bewirtschaften, sondern musste Mieter aufnehmen.

Es hat Spaß gemacht Florentine und Katja zu begleiten, mit ihnen die heißen Sommer zu verbringen, aber auch die Gegensätze zu sehen, die auch den beiden Mädchen deutlich werden.

Was für mich besonders interessant war, war die Prozedur der Einreise in die DDR. Was damit alles verbunden war, wie lange das im Voraus geplant werden musste, was durfte mitgenommen werden und was auf keinen Fall. Vieles, was nicht eingeführt werden durfte, wurde heimlich reingeschmuggelt, indem es nah am Körper versteckt wurde. Denn das Auto und alles darin wurden gründlich kontrolliert.
An den Grenzübergängen (oder auch an Bahnhöfen) gab es auch die sogenannten Intershops, dort wurden zollfreie Importwaren an Reisende aus dem Westen verkauft um Devisen zu beschaffen. Devisen waren eine konvertible Währung und konnten zum Beispiel gegen D-Mark oder US-Dollar getauscht werden. Mit der DDR Mark konnte dort nicht bezahlt werden. 
Florentine schaut dort gerne, was sie ihrer Freundin mitbringen kann. Denn nur so bekamen DDR-Bürger einen Einblick in das Warenangebot des Westens.

Florentine erzählt aber nicht nur von wunderbaren Sommern mit ihrer besten Freundin Katja, sondern auch davon wie es bei ihr Zuhause zuging und wie sie mehr und mehr feststellt, dass sich ihre Eltern auseinander leben. Sie hat Angst, alles zu verlieren. Auf der einen Seite ihre Freundin Katja und auf der anderen Seite ihre Eltern, die nach der Trennung nicht so wirklich Zeit für ihre Tochter haben und sie bei der Großtante „parken“. Wo Florentine dann feststellt, dass auch Katja sich verändert und sie sich nicht sicher ist ob ihre Freundschaft bestehen bleibt.

Danke, dass ich dieses Buch lesen und einen Einblick in das Leben in der DDR gewinnen durfte. Ich möchte euch dieses Buch sehr ans Herz legen.
Am Ende gibt es auch die passende Playlist dazu.

Was zum Schmunzeln hab ich auch für euch. Ich habe eine ganze Weile gebraucht um Florentine mit Wolfgang Joop in Verbindung zu bringen. Ja, manchmal dauerts bei mir etwas länger.

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